yoga anders

bezeichnet den Hintergrund meiner Arbeit seit 30 Jahren.
Meine eigene Yogapraxis begann vor 50 Jahren mit einfachen Hatha-Übungen, die  Ähnlichkeit hatten mit einigen Bewegungsabläufen aus der Kindheit. Das hat sich seitdem vertieft und entwickelt in meiner Lust auf  Bewegung und Selbsterfahrung – durch unterschiedliche Tanz-, Kampf-, Bewegungs- Mediationsarten, Atem- und Stimmbildung,  künstlerische Vorgehensweisen, theoretisches Studium, Formen der Körper(psycho)therapie – auch durch besondere Arten der Berührung. mehr

  • a n d e r s betont die Offenheit für nützliche Vorgehensweisen und  für das Andere, wie anziehend, unheimlich, verunsichernd oder unscheinbar auch immer. Schon lang bevor ich mir davon Begriffe machen  konnte, interessierte mich diese irritierende Spur. Mit der Zeit wurde die Bereitschaft dafür Weg zum Eigenen durch Unterscheidung –  und zum Einen als Ereignis und geheimnisvoll bewegendes Vermögen (1).

Massage – Berührung als inneres Yoga

„funktioniert“ wohltuend subtil im Biofeedback durch die besonderen Peristaltik-Methoden der Biodynamischen Psychologie®.  Besonders bei großer Erschöpfung äußerst nützlich, baut es umgehend nervöse Energie ab und es fördert wohltuend regenerierend Körpergespür. Daher eignet sich das nicht nur bestens zur Ergänzung aktiver Körperübungen, es regt meistens spontane Streckungen an und Lust auf weitere Bewegung, falls man sie verloren hatte oder damit nicht vertraut war. Diese Methoden können das Verschwinden innerer Widerstände gegen bestimmte Körperbewegungen begünstigen; sie können unter Umständen aktive Körperpraxis ersetzen, wenn gesundheitliche Gründe aktive Bewegung hindern. Wie intensive Yoga-Praxis ermöglichen alle Formen Entgiftung und Regeneration der gesamten Zirkulation sowie lebendige Stabilisierung, überdies wertvollste innere Erfahrungen jenseits von Zeit und Raum.

  • Y o g a  ist eigentlich die älteste Tradition bewusster Einbindung von Körper und Seele (2).  Nichtkennern mag es vorkommen wie Akrobatik der Schwerelosigkeit, bzw. die vorwiegend inneren  Formen wie befremdliche Weltflucht und Monotonie…, aber:
  • Gewusst wie! schon einfache Hatha-Übungen bereiten sinnlich spürbares Behagen und angenehm belebende Spannung durch gründliche Entspannung. Bei intensiver Übung verschönt solch ruhige und  kraftvolle äußere u n d innere Bewegungsart sichtbar und innerlich. Sie stärkt und erneuert ausgleichend integrativ die Sonnenseite und Mondseite, Wachheit und Traum.
    In erfrischenden Dehnungen und Haltungen wird erfahrbar, wie Atem als rhythmisches Geschehen die Qualität und Wirkung dieser still bewegten Vorgänge wesentlich dynamisch verändert. Er kann beruhigen und der unmittelbare Mittler innerer Regungen sein oder auch Kontrolleur. Nur durch eigenes Erleben wird erfahrbar in allen Facetten und Dimensionen: wie Atem und Bewegung äußerst erholsam wirkt, stabilisierend und vorteilhaft erweiternd.
    Das vermittle ich in kleinen Übungsgruppen, bereichert durch Aspekte jüngerer Bewegungsschulen und körper(psycho)therapeutische Sichtweisen, einfach und individuell passend, lustvoll und alltagstauglich nützlich.
    Dabei entsteht Achtsamkeit und es entfaltet sich selbstbewusste Flexibilität im zunehmend bewussten Umgang mit inneren Grenzen und eigenen Impulsen.

Körper(psycho)therapeutische Erfahrungen und „Königsweg“

Aufschlussreiche Erfahrungen mit Körperpsychotherapie ermöglichten mir wahrzunehmen, warum und wie Körperbereiche und innere Einstellungen auf störende Weise blockiert sein können (Stressmuster) und welche Vorgehensweisen sich dann in jeder Hinsicht aufschlussreicher eignen als das emsig bemühte Fortsetzen vertrauter Übungen gegen innere Widerstände, die es in sich haben.

Während begeisterter Anwendung und Vermittlung dieser Praxis entdeckte ich (2), dass die relativ jungen körper(psycho)therapeutischen Vorgehensweisen zeitgemäß das ermöglichen, was  jeher  Bestandteil ist des Yoga als Königsweg (3) : Selbsterforschung.
Zeitgemäß sind der differenzierende Blick auf familiäre und andere Beziehungen sowie auf die Beziehungsebene in der Zusammenarbeit, immer in dialogischen Formen, auf gleicher Augenhöhe.
Besonders in verunsichernden Lebensphasen oder unter außergewöhnlichen Belastungen ist das nützlich und hilfreich zu erfahren in vertrauensvoller Bezogenheit  in einem geschützten Feld mit einem erfahrenen Anderen. Einige wesentliche Vorgehensweisen lassen sich unabhängig fortsetzen. Erfahrungsgemäß funktioniert das am besten „im Flow diszipliniert“ und keineswegs nur für Yoga-KennerInnen! Einzelstunden

Kraft bei einem anderen zu suchen ist eine Art Versklavung, wenn man es nicht nutzt, Kraft in sich selbst zu finden. Kraft ereignet sich.
Carlos Castaneda

Zentral  in meiner Arbeit

ist Regeneration und Entwicklung von Körpergespür, Bedürfnisklarheit und Wertgefühl – nach Abstimmung auch durch eingehende Klärung aktuell drängender Themen und störender Stressmuster, im achtsamen Umgang mit Gefühlen, Erwartungen und Zielvorstellungen.
Es kann früher oder später in Kraft treten, was C.G. Jung als Transzendente Funktion bezeichnet hat. Mehr oder weniger bewusst haben solche intuitiv verarbeitenden Vorgänge mit irritierenden Wirkungen des Anderen zu schaffen .

Achtsamkeit für Kontaktgrenzen

gehört unbedingt dazu.
Allgemein brauchen wir als Sprachwesen im Lauf der Entwicklung mehr dazu als angeborene Instinkte und  blinde Identifizierungen, andere Arten der Bezogenheit als blinden Eigensinn oder blinde Folgsamkeit, die mit blindem Misstrauen einhergehen und blindem Vertrauen. In der Zusammenarbeit wird das gefördert durch Körpergespür und die Arten einfühlsamer Abstimmung von Vorgehensweisen.

Vielleicht ist das der springende Punkt für kulturelle und genetische Veränderung aus eigenem Drang, erforderlich für wünschenswertes Leben und nicht-käufliche Lebensqualität auf diesem Planeten ?
Bewusst kreierte  „Evolution“ hätte dann einen entschieden anderen Fokus als gentechnische Manipulation von Erbgut zur „Optimierung“ gewinnträchtiger Ernten und  Fleischproduktion. „Revolution“ erschöpfte sich vielleicht nicht einseitig in „umwälzenden“ Technologien für schnellstmögliche Erreichbarkeit im Überfliegen leibhaftiger und natürlicher Grenzen mit algorithmisch gefertigten Formaten zum Check-in.

Wenn Revolution Einbindung der Tradition meint, dann bin ich einverstanden. Wir sind die Revolution. … Die Verhältnisse ändern sich nur durch menschliche Kreativität. Josef Beuys

Prehn, 1967

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1   Der Begriff des Anderen gehört schillernd und umstritten zur Geschichte der Philosophie und zur psychoanalytischen Theorie von Jaques Lacan. Empfänglichkeit und Achtung für das Andere und auch für den (vermeintlich ganz) Anderen hat der Philosoph Emanuel Levinas in seiner Philosophie und Ethik sogar als Verantwortlichkeit begründet –  vor dem Hintergrund seiner Betroffenheit von den staatlich geförderten Erniedrigungen und Massenmorden von Juden, Roma, Sinti, Homosexuellen und kritisch aktiven Menschen, darunter seine Eltern. Besonders in diesem Zusammenhang berührt der Begriff eigene Eindrücke und Erfahrungen, die für mich initiativ und fortgesetzt herausfordernd wirkten und wirken.

2   Einbindung wird in Yoga-Texten mit dem Einbinden des Ochsen ins Joch verglichen. Mein Yoga war mir nie Unterjochung, doch sicherlich ist die Zusammenarbeit mit dem  Ochsen im Joch eine ehrwürdige Entdeckung und zunächst bahnbrechende Kulturleistung, so wie Yoga, das meiner Erfahrung nach auf genussvolle Art innerlich klärt und einbindet, wo wir gemäß europäischer Philosophie und Religion eigentlich innerlich zerrissen sind. Es lässt vor allem innerlich eingebunden empfinden, wahrnehmen, denken, handeln –  sein. Zumal  meine Übungspraxis  statt „Schweinehund-Überwindung“ eher leibhaftige Kreativität erfahrbar werden lässt.

3  Überrascht im eingehenden Blick auf  Yoga-Überlieferungen und auf die Dynamik christlicher Religion durch kirchliche Prägungen, so z. B. der öffentliche grausam inquisitorische Umgang mit heilkundlichen Frauen und mit naturkundlichen Entdeckern sowie die heimtückische Liquidierung des einst bahnbrechenden Mystikers Eckehart.

4  Königsweg – die Definition wird Patanjali zugeschrieben, möglicherweise 2 Jh. v. Chr.. Weg und Ziel ist Überwindung anfänglicher Blindheit (anfangs immer notwendige blinde Identifizierung auch mit Leidenschaften, so wie auch Projektion, Idealisierung, Übertragung, Minderwertigkeit und Scham auf Dauer leidvoll wirken können) und somit ereignet sich – leibhaftig durchdrungen – Erlösung von Angst und Leid als Selbstverwirklichung.

Erlösung ist zunächst schon als Leichtigkeit, Klarheit und wertvoll empfundene Integrität  energetisch spürbar  – durch Übungspraxis und aufschlussreich anerkennende Bezogenheit. Darüber hinaus geht es traditionell um  unverkennbare Erweiterung des Bewusstseinsspektrums jenseits konzeptionellen  Denkens.
Im Umgang mit aktuell bedrängenden Herausforderungen, mit Spannungen, Konflikten und Empfindungen des Mangels, werden alle Dimensionen des Seins entdeckt und energetisch klärend eingebunden, bzw. durch Vergegenwärtigung  kultiviert: Körperliches, sogenannt feinstoffliche Bereiche und Vorgänge, emotionale und imaginäre, Gedankliches und das Jenseits der Gedanken.
„Erleuchtung“ als äußerste Vergegenwärtigung soll qualitativ gewinnbringend auf weltliches Leben zurückwirken, keineswegs zu andauernder Weltflucht führen, wie z.B. S. Freud für jegliche Yoga-Praxis annahm.

Yoga, auch als Mahayanapraxis, Tao-Praktiken und Zen-Praxis   – als Körper-einbindende Traditionen sind sie vergleichbar im Vertrauen auf menschenmögliche Selbstvergegenwärtigung und zur Überwindung bedrückender Begrenztheit.
Das betrifft vor allem instinktiv blinde Identifizierungen mit  „Ego-Interessen“ und  mit unangenehm erlebten Wirkungen durch blinde oder auch böswillig absichtliche „Ego-Interessen“ anderer. So überwindet sich die Getrenntheit des Ich (mit seinen Rollen) von der Welt und anderen, zuerst in der Vergegenwärtigung eigener Leiblichkeit – die ich nicht habe, sondern nunmehr mein Selbst ausmacht im dynamischen Zusammenspiel von Geist, Seele, Körper. Dabei geht es im besten Sinn weder um Trance, noch  um bloße Unterdrückung von Bedürfnissen, schon gar nicht um Überformung moralischer Regelwerke, sondern um intensivierte Lebensqualität als unermessliches Potential, vielleicht um ein nicht zu trügendes Wertgefühl als „Ethos“ und als ästhetisches Empfinden.

So wurde auch der schöne Mythos von Narziss erweiternd erzählt: Dass er nicht etwa aus Eitelkeit ewig gleich jung in spiegelglatte Tümpel stiert. Er schaut in Resonanz-Raum sein Selbst zu vergegenwärtigen. Das spiegelstille Wasser ist jeher Metapher für den Zustand im Meditieren, wenn die Muster der Hirnaktivität in völlige Übereinstimmung geraten. Für ihn ist das kostbarer als die Paarung mit Echo, die ihm nachstellt, doch ohne menschlich kreatives Resonanzvermögen nur alles nachplappert, zur Strafe der Götter für ihre intrigante Art. Dabei weiß er vom Wahrsager, dass „er“ sterbe, sobald er sein Selbst erkennt. So heißt es: Stirb bevor du stirbst! So erfährst du dein Leben lebendiger und erfüllter. Das wäre etwas anderes als lediglich ego-schwache Ergebenheit und nie ganz zur Welt gekommen sein.