yoga anders

ist der Name für das offen integrative Spektrum meiner Vorgehensweisen – uraltes  und neueres Erfahrungswissen, in Bereitschaft für das Andere.

  • a n d e r s betont die Offenheit für passend nützliche Vorgehensweisen und vor allem  für das Andere, wie anziehend, unheimlich, verunsichernd oder unscheinbar auch immer. Schon lang bevor ich mir davon Begriffe machen  konnte, interessierte mich diese irritierende Spur, selbst als sie erst einmal schockte. Mit der Zeit wurde die Bereitschaft dafür Weg zum Eigenen und Einen.

Angefangen habe ich selbst mit einfachen Hatha-Übungen – seit 50 Jahren vertieft und entwickelt durch meine Lust auf erreichbare Dimensionen der Bewegung und Selbsterfahrung: verwandte Bewegungsarten, Tanz, Atem- wie Stimmbildung, theoretisches Studium, künstlerische Vorgehensweisen und Formen der Meditation, vor allem Körper(psycho)therapie, Energiearbeit und besondere Methoden wohltuender Berührung.

Massage – Berührung als inneres Yoga

„funktioniert“  – das hatte ich bald schon bemerkt – durch die Besonderheit der Methoden präzise im Biofeedback: Biodynamische Psychologie – Körper(psycho)therapie. Nicht nur ergänzt sie bestens aktive Körperübungen, insofern sie umgehend bei noch so großer Erschöpfung nervöse Energie abbaut, hemmende Anspannung löst und dabei eingehend Körpergespür fördert. Massage-Berührung regt  nicht selten die Lust an auf eigene aktive Bewegung, falls man sie verloren hatte oder damit nicht vertraut war. Sie kann unter Umständen aktive Körperpraxis ersetzen, wenn man  aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu imstande ist. Sie ermöglicht, wie intensive Yogapraxis, nicht nur Entgiftung, Regeneration der gesamten Zirkulation und Stablisierung, sondern wertvollste innere Erfahrungen jenseits von Zeit und Raum.

  • Y o g a  ist die älteste Tradition innerer Entwicklung durch bewusste Einbindung von Körper und Seele (1). Die populäre Hatha-Übungspraxis bereitet mehr als spürbares Behagen: angenehm belebende Spannung durch tiefe und gründliche Entspannung, ruhige und  kraftvolle Bewegung verschönt bei intensiver Übung sichtbar und innerlich, sie stärkt und erneuert durch ausgleichende Integration von Sonnenseite und Mondseite, Wachheit und Traum.
    Das vermittle ich in kleinen Übungsgruppen, bereichert durch Aspekte jüngerer Bewegungsschulen, einfach und individuell passend, lustvoll und nützlich.
    Dabei wirkt inneres Berührtsein regenerierend und selbstheilend, wie die entgiftende Belebung des Stoffwechsels durch alle Körperschichten, vorteilhaft für deine innere Verfassung und die Ausstrahlung auf andere. Es entsteht Achtsamkeit und selbstbewusste Flexibilität entfaltet sich im mehr bewussten Umgang mit inneren Grenzen und eigenen Impulsen. Es wird erfahrbar, wie Atem als vorrangiger Körper-Rhythmus die Qualität dieser Vorgänge wesentlich bestimmt, dass Atem beruhigen kann, unmittelbarer Mittler innerer Regungen ist und äußerst erholsam in erweiternde  Erfahrungsdimensionen versetzen kann.

Aufschlussreiche Erfahrung mit Körperpsychotherapie

ermöglichten mir wahrzunehmen, warum und wie Körperbereiche und innere Einstellungen auf störende Weise blockiert sein können (Stressmuster) und welche Vorgehensweisen sich dann weit besser eignen als stures Weitermachen mit traditionellen Übungen gegen innere Widerstände, die es in sich haben. Nach jahrelanger begeisterter Anwendung und Vermittlung dieser Praxis entdeckte ich mit einiger Überraschung (2), dass solche weit jüngeren Vorgehensweisen der Selbsterforschung zeitgemäß sind für den sogenannten Königsweg (3),  unkonventionell und undogmatisch. Selbsterforschung ist da wesentlicher Bestandteil, an aktuell bedrängenden Themen um Bedürfnisse, Beziehungen und Werte. Das“funktioniert“ meiner Erfahrung nach am besten „im Flow diszipliniert“ und zeitweilig in einfühlsamer Bezogenheit, vor allem in aufwühlenden Krisen oder unter außergewöhnlichen Belastungen.

Was du wahrhaftig besitzen kannst, ist persönliche Kraft. Kraft bei einem anderen zu suchen ist eine Art Versklavung, wenn man es nicht nutzt, Kraft in sich selbst zu finden. Kraft ereignet sich.
Carlos Castaneda

Zentral  in meiner Arbeit

ist Entwicklung von Körpergespür durch Regeneration, von Bedürfnisklarheit und Wertgefühl – nach Abstimmung auch mehr eingehende Klärung aktuell drängender Themen und störender Stressmuster,  im achtsamen Umgang mit Gefühlen, Bedürfnissen, Erwartungen, Zielen und Werten. Dabei kann früher oder später deutlich werden, was C.G. Jung als Transzendente Funktion bezeichnet hat. Das lässt sich gewissermaßen als Weiterentwicklung des freien Kinderspiels auffassen. Mehr oder weniger bewusst haben solche intuitiv verarbeitenden Vorgänge wohl mit dem Anderen zu schaffen, mit seinen irritierenden Wirkungen.

Achtsamkeit für Kontaktgrenzen

gehört wohl dazu. Als Sprachwesen brauchen wir mehr als angeborene Instinkte und  blinde Identifizierungen, anderes als blinden Eigensinn oder blinde Folgsamkeit. Die wirken erfahrungsgemäß zerstörerisch, wenn sie nicht mehr ausgeglichen werden (können) durch Mitmenschen.

Vielleicht ist das der springende Punkt für kulturelle und genetische Veränderung aus eigenem Drang, nützlich für eigene Lebensqualität und wünschenswertes Weiterleben auf diesem Planeten?
Bewusst kreierte  „Evolution“ hätte noch ein anderes Ziel als gentechnische Manipulation von Erbgut zur „Optimierung“ gewinnträchtiger Ernten und von Fleischproduktion. „Revolution“ erschöpfte sich vielleicht nicht einseitig in Technologien für weltweit schnellstmögliche Erreichbarkeit im Überfliegen von Grenzen und algorithmisch gefertigte Formate zum Check-in.

Wenn Revolution Einbindung der Tradition meint, dann bin ich einverstanden. Wir sind die Revolution. … Die Verhältnisse ändern sich nur durch menschliche Kreativität. Josef Beuys

Prehn, 1967

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1  Einbindung wird in Yogatexten mit dem Einbinden des Ochsen ins Joch verglichen. Für mich war Yoga nie Unterjochung, aber ganz sicher ist der Gebrauch des Jochs mit dem Ochsen eine ehrwürdige Entdeckung und bahnbrechende Kulturleistung, wie Yoga, das mich innerlich klärt und einbindet – so empfinden lässt, wahrnehmen, denken, handeln –  da sein.

2 Das passierte im eingehenden Blick auf Art und Wirkungen  kirchlich-christlicher Tradition, Mystik Meister Eckeharts, Yoga-Überlieferungen u.a..

3   Königsweg – wird traditionell  Patanjali zugeschrieben. Es geht um nicht weniger als Überwindung von Leid durch anfängliche Blindheit zur Erlösung.
Erlösung ist zunächst durch Übungspraxis energetisch spürbar als Erleichterung, Leichtigkeit und Klarheit, in entwickelter Form durch äußerste Erweiterung des üblichen Bewusstseinsspektrums. Im klärenden Umgang mit bedrängenden Herausforderungen, Spannungen, Konflikten und Empfindungen des Mangels, werden alle Dimensionen des Seins achtsam entdeckt und energetisch spürbar klärend eingebunden: Körperliches, sogenannt Feinstoffliches, Emotionales, Imaginäres, Gedankliches und das Jenseits der Gedanken.
Konzentrierte disziplinierte Übung, dynamische Selbsterforschung  und Besinnung auf universelle Werte bewirken zunehmend deutliche Unterscheidung von individuellen und universellen Geweben der Seele, von Ich, Ego und essentiellem Selbst. „Erleuchtung“ soll keineswegs zu andauernder Weltflucht führen (wie z.B. S. Freud annahm), sondern qualitativ gewinnbringend auf weltliches Leben zurückwirken, auch zum Gemeinwohl.

Vergleichbar sind körper-einbindende Traditionen wie z.B. Mahayana-, Tao- und Zen-Praxis, im Drang nach Überwindung anfänglicher Blindheit und bedrückender Begrenztheit. Dieses Begehren betrifft instinktiv blinde Identifizierungen, vor allem mit  „Ego-Interessen“ und  unangenehm erlebte Wirkungen der „Ego-Interessen“ anderer. Dabei handelt es sich im besten Sinn nicht um Unterdrückung oder Überformung moralischer Regeln, sondern um unermessliches Potential.

So wurde der schöne Mythos von Narziss auch erweiternd erzählt: Dass er nicht bloß aus Eitelkeit ewig gleich (jung)  in den Spiegel stiert. Lieber findet er Selbsterkenntnis durch Resonanz. Die ist seit Jahrtausenden symbolisiert durch stilles Wasser, eine Metapher für den geistig erweiternden Zustand durch Meditieren zur Erleuchtung – als äußerst „erwachte“ Resonanzwirkung. Für Narziss scheint das  kostbarer als sich mit Echo zu paaren, die ihm nachstellt, doch nur stur nachplappern kann ohne jegliches Resonanzvermögen, zur Strafe der Götter für ihre intrigante Art. Dabei weiß er vom Wahrsager, dass „er“ sterbe, sobald er sich erkennt.

Wahrscheinlich in Anklang daran verschenkt man heute noch gerne Spiegel zur Hochzeit in einigen iranischen Familien, als kostbare Glücksbringer., die nicht zerbrechen dürfen.